Libens Blog...Meine Erkenntnisse über Gott und die Welt.

16.05.2019

Über Josef

Was ich an der Geschichte um Josef interessant finde, das ist, dass Jakob 12 Söhne hatte, genau so wie Jesus 12 Jünger hatte. Was ich weiterhin interessant finde, das ist, dass Josef auch seine wichtigen Lebensereignisse entweder selbst geträumt hat oder dass er die Träume von jemand anderem (den Mitgefangenen, den Pharao) deutete und dass ihn dies wieder im Leben voran gebracht hat. Was ich weiterhin interessant finde, das ist, dass es eben sieben fette Jahre und sieben magere Jahre in Ägypten und in der ganzen Gegend waren. Die Zahl Sieben ist ja auch bei der Einteilung der Woche wichtig.

Sie antworteten ihm: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines Mannes Söhne im Lande Kanaan, und der jüngste ist noch bei unserem Vater, aber der eine ist nicht mehr vorhanden. (1.Mose 42, 13)

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12.05.2019

Unterschied adonaj und ba'al, die Bedeutung von Herr

Auf bibelwissenschaft.de habe ich einen Hinweis gefunden, den ich interessant finde. Link: Bibel-Lexikon: Herr / Adonaj / Kyrios

"Was immer die richtige Ableitung sein mag, jede hat mit Autorität und / oder Herrschaft zu tun. אָדוֹן ’ādôn heißt in der hebräischen Bibel „Herrscher / Gebieter“, und zwar über Menschen; es geht also um ein persönliches Herrschaftsverhältnis (vgl. auch das entsprechende aramäische מָרֵא mārē’, verkürzt מָר mār „Herr“). Darin unterscheidet sich ’ādôn von בַּעַל ba‘al (→ Baal „Herr / Besitzer“), das sich immer auf den Besitz von Personen und Eigenschaften bezieht (vgl. Spronk). אָדוֹן ’ādôn oder das determinierte הָאָדוֹן hā-’ādôn beziehen sich in 27 (oder 25) von ca. 305 Fällen im Alten Testament auf Gott, dazu kommen noch zwei Fälle der aramäischen Entsprechung מָרֵא mārē’ „Herr“; vgl. Rösel, 16)."

Herr bezogen auf Gott heißt also Herrscher / Gebieter und nicht Herrscher / Besitzer.

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Alles glückt Josef (1.Mose 39,2-5)

Und der Herr war mit Josef, sodass er ein Mann wurde, dem alles glückte. Und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.

Und sein Herr sah, dass der Herr mit ihm war; denn alles, was er tat, das ließ der Herr in seiner Hand glücken, sodass er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener wurde. Der setzte ihn über sein Haus; und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände. Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der Herr des Ägypters Haus um Josefs willen, und es war lauter Segen des Herrn in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde.

Das ist, finde ich, eine Zuschreibung, dass es Gott sei, der dafür sorgt, dass alles gut läuft für Josef. Also, wenn was gut läuft, dann ist es Gott. Aber was ist, wenn es mal schlecht läuft? Meistens sind es dann Prüfungen, die man bestehen muss, damit sich alles zum Guten wendet.

Genau das passiert nämlich später, als Josef unschuldig ins Gefängnis geworfen wird. Da wird Josef schnell der leitende Gefangene vom Gefängnis. Das passiert in 1.Mose 39, 21-23:

Aber der Herr war mit ihm und neigte die Herzen zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis, sodass er ihm alle Gefangenen im Gefängnis unter seine Hand gab und alles, was dort geschah, durch ihn geschehen musste. Der Amtmann über das Gefängnis kümmerte sich um nichts; denn der Herr war mit Josef, und was er tat, dazu gab der Herr Glück.

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Der Knecht Gottes das Licht der Welt (Jesaja 42, 1-7)

Heute bin ich über folgenden Bibeltext "gestolpert":

Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn - und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.

So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk und auf ihr den Odem gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen: Ich der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. (Jesaja 42, 1-7)

Und das vergleiche ich mit Markus 1, 9-13:

Und es begab sich zu der Zeit, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Ich glaube, dass Jesus sehr bibelfest war und Jesaja 42, 1 kannte. Und dass er in seinem Geist bei seiner Taufe genau das gehört hat, was in Jesaja 42,1 und folgende steht. Das würde mir sehr logisch vorkommen. Auch, dass Markus das dann verkürzt hat in "Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen."

Das ist auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. In dem Buch von David Flusser: Jesus. 21.überarbeitete Auflage 1999. Reinbeck bei Hamburg, ISBN 3-499-50632-7. Seite 30 wird das auch gesagt. Bezogen auf Jesaja 42,1 steht da: "Diese Form wird wahrscheinlich auch darum die ursprüngliche sein, weil das Prophetenwort der Situation entspricht. Hallstimmen waren damals im Judentum keine außergewöhnlichen Erscheinungen, und häufig hörte man die Stimme einen Bibelvers sprechen. Die Geistesgabe, von einem ekstatischen Erlebnis begleitet, war ja unter denen, die vor Johannes im Jordan untertauchten, anscheinend nicht eine einzigartige Erscheinung." und weiter heißt es "Wenn wir die überlieferte Form der Stimme annehmen, dann wurde durch sie Jesus als 'mein Sohn' bezeichnet; wenn aber die Stimme vom Himmel das Prophetenwort ertönen ließ, dann mußte Jesus verstanden haben, er sei zum Knecht Gottes, zu seinem Erwählten erkoren. Dadurch bekam für ihn das Geschenk des Heiligen Geistes, das zu der Taufe des Johannes gehört hat, eine andere, besondere Bedeutung, die für sein weiteres Leben entscheidend wurde."

In dem Buch von David Flusser geht es vor allem um den historischen Jesus. Ein sehr interessantes Buch, dass ich mir in Landau aus der Stadtbibliothek geliehen habe.

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09.05.2019

Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name (1. Mose 32, 23-33)

Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok, nahm sie und führte sie über das Wasser, sodass hinüberkam, was er hatte, und blieb allein zurück.

Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel: denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.

Und Jakob nannte die Stätte Pnuël: denn, sprach er, ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet. Und als er an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf: und er hinkte an seiner Hüfte. Daher essen die Israeliten nicht das Muskelstück am Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen Tag, weil er auf den Muskel am Gelenk der Hüfte Jakobs geschlagen hatte.

Noch dazu: 1. Mose 33, 9-10

Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast. Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen.

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07.05.2019

Das Ich und das Selbst und die Psychose

nach Johan Cullberg: Therapie der Psychosen. Ein interdisziplinärer Ansatz. 1. Auflage. Bonn 2008. Seite 53 und 54

Objekt
innere Repräsentanz wichtiger Menschen in der Umgebung
Subjekt
steht für das Individuum selbst
Bewusstsein
Kontinuum, in dem ein klarer Denkprozess neben diffusen, oft widersprüchlichen Ideen und Gefühlen existieren kann.
Das Selbst
Die bewussten und unbewussten Erfahrungen einer Person. Besteht aus bewussten und unbewussten Repräsentanzen von Objekten und aus Objektbeziehungen und enthält ein Referenzsystem aus Lebenserfahrungen und Repräsentanzen der wichtigsten Nahbeziehungen und bindet die genetisch-biologische Konstitution ein. Enthält auch eine Repräsentation der Eigenschaften des Subjektes. Das sind vor allem die Selbstkonzepte. Ist die Grundlage dafür, wie das Individuum mit dem Leben umgeht, kombiniert mit den bewussten und unbewussten Prozessen, die in ihm ablaufen.
Das Ich
Organisationsprinzip des "psychischen Apparats", das das Selbst mit den Anforderungen der Umwelt und den somatischen Impulsen vermittelt und integriert. Sorgt dafür, dass die Erfahrung des Selbst über Kontinuität und Konsistenz verfügt. Handelt sich um ein theoretische Konstrukt, das nicht durch Erfahrung beglaubigt werden kann.
Internalisierung
Frühe Installierung von Repräsentanzen wichtiger Objekte in der unmittelbaren Umgebung.
Akute Psychose
Zustand, in dem die Fähigkeit des Ichs zusammengebrochen ist, die Erfahrung von Kontinuität und Konsistenz des Selbst aufrechtzuerhalten. Das Subjekt reagiert auf den Zusammenbruch (Diskontinuität) in der Erfahrung des Selbst mit akuter Panik und versucht die neue, unbegreifliche Situation mittels einer Reinterpretation der Außenwelt zu bewältigen, um von neuem Kohärenz herzustellen. Der Versuch der Überbrückung und Reparatur findet mithilfe unbewusster regressiver Ideen statt, die den Charakter eines Wahns und damit oftmals bedrohliche Züge annehmen. Im Selbst wird dadurch jedoch eine "Übergangskontinuität" hergestellt. Zu den Kosten der neuen Konsistenz gehört allerdings der Zusammenbruch der Fähigkeit, ein realistisches Verhältnis zur Umwelt herzustellen. Die Definition der Psychose entspricht einer Störung der Differenzierung von Selbst und Objekt.
Lang andauernde Psychose
Die fantasierten Konzeptionen sind bereits "organisierter" geworden. Die betreffende Person hat sich den bedrohlichen Inhalten des Wahns angepasst und lebt auf Dauer in einer Notsituation. Die integrative Funktion des Ichs wurde zugunsten der Innenwelt aufgegeben, die Umwelt wird durch den Filter der Innenwelt betrachtet. Der Widerspruch zwischen dem Primärprozess-Denken und dem Realitätsprinzip wird kleiner, was sich in einer lang andauernden psychischen Erkrankung manifestiert.

Sehr schön und verständlich erklärt finde ich die Darstellung der Psychischen Geburt von Dipl.-Psych. Bernhard Broekman, insbesondere den Abschnitt über Objektkonstanz. Der Link zu dem Artikel ist hier: Thema: Psychische Geburt. Objektkonstanz ist nicht nur ein stabiles Gefühl der eigenen Grenzen, und dass abwesende Menschen weiterhin im Selbst repräsentiert sind, sondern auch die Gesamtrepräsentanz der guten und schlechten Eigenschaften der Objekte. Man kann sowohl "gute" als auch "böse" Seiten der Menschen nebeneinander sehen.

Meine Beschäftigung mit diesem Thema und der Bibel begreife ich auch als einen Versuch der Reparatur meines Selbst, da ich seit 1989 mehrfach psychotische Schübe erlebt habe. Ich habe die Diagnose schizoaffektive Psychose. Seit meinem Suizidversuch in 1993 habe ich zwar keine akuten psychotischen Episoden mehr erleben müssen, aber präpsychotisch, also in einem Vorstadium zur Psychose, war ich noch öfter. Nur meine engmaschige ärztliche Begleitung und meine ständige diesbezügliche Aufmerksamkeit und das "Experte"-Werden für mich und meine Krankheit, sowie natürlich auch eine medikamentöse Prophylaxe konnte verhindern, dass ich wieder akut psychotisch wurde. Ich war allerdings noch lange berufstätig. Seit 2007 erhalte ich eine volle Erwerbsminderungsrente.

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06.05.2019

Jakob und Laban machen eine Grenze und schwören bei Gott (1.Mose 31,51-54)

Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe und das ist das Steinmal, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir. Dieser Steinhaufe sei Zeuge und das Steinmal sei auch Zeuge, dass ich nicht an diesen Haufen vorüberziehe zu dir hin oder du vorüberziehst zu mir hin an diesem Haufen und diesem Mal in böser Absicht! Der Gott Abrahams und der Gott Nahors sei Richter zwischen uns - der Gott ihres Vaters!
Und Jakob schwor ihm bei dem Schrecken Isaaks, dem Gott seines Vaters.

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Professor Thomas Stocker: Wir müssen uns auf immer extremeres Wetter einstellen

Auf GEO habe ich gerade einen Artikel mit einem Interview von Professor Thomas Stocker über den Klimawandel gelesen. Er ist Professor für Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern. Der Artikel ist über den Link Link zum Artikel abrufbar.

Das, was ich davon mitnehme ist:

Er spricht von vier industriellen Revolutionen:

  1. Mechanisierung
  2. Elektrifizierung
  3. Digitalisierung
  4. Decarbonisierung

Meine Idee: Ich müsste mir mal den fünften Bericht des Weltklimarates besorgen.

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Jakob berichtet, wie ihm der Engel Gottes im Traum erschien. (1.Mose 31, 11-13)

"Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob!
Und ich antwortete: Hier bin ich!
Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und sieh! Alle Böcke, die auf die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe alles gesehen, was Laban dir antut. Ich bin der Gott, der dir zu Bethel erschienen ist, wo du den Stein gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gelübde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Land und kehre zurück in das Land deiner Verwandschaft."

Das finde ich interessant. Immer wieder erscheint ihm Gott im Traum. Sonst ist die ganze Zeit gar nicht die Rede von Gott. Allerdings sagen Rahel und Lea in Vers 16: "Fürwahr, der ganze Reichtum, den Gott unserm Vater entzogen hat, gehört uns und unsern Kindern. Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tu!" Das bedeutet, so sehe ich das, dass zwar Jakob immer wieder Gott im Traum sieht, aber seine beiden Frauen immer wieder sich auf diesen von Jakob gesehenen Gott beziehen.

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Hethitische Muttergöttin. Vielleicht sah so ähnlich der Hausgott aus.

Und ein Gott muss wichtig sein. Denn später, in Vers 19 steht "Laban aber war gegangen, seine Herde zu scheren. Und Rahel stahl ihres Vaters Hausgott."

Der Hausgott wird später noch einmal wichtig. Und zwar in Vers 30 - 35:

"Und wenn du schon weggezogen bist und sehntest dich so sehr nach deines Vaters Hause, warum hast du mir dann aber meinen Hausgott gestohlen?
Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest deine Töchter von mir reißen. Bei wem du aber deinen Gott findest, der sterbe! Hier vor unsern Brüdern suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wusste aber nicht, dass Rahel ihn gestohlen hatte. Da ging Laban in die Zelte Jakobs und Leas und der beiden Mägde und fand nichts. Und aus dem Zelte Leas in das Zelt Rahels. Rahel aber hatte den Hausgott genommen und unter den Kamelsattel gelegt und sich daraufgesetzt. Laban aber betastete das ganze Zelt und fand nichts. Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der Frauen Weise. Daher fand er den Hausgott nicht, so sehr er auch suchte."

Zu diesem Hausgott habe ich auch noch was gelesen. Und zwar in der Wikipedia über die Hethitische Mythologie. Da hat man von den "Tausend Göttern des Landes Ḫatti" gesprochen. Im Grunde hatte jeder seinen eigenen Gott. Im Wikipedia-Artikel über das Volk der Aramäer steht: "Ein Brief von Ḫattušili III. (1275–1250 v. Chr.) an Kadašman-Enlil II. von Babylon (1258–1250 v. Chr.) erwähnt Ahlamû, räuberische Nomaden, die den sicheren Handelsverkehr am mittleren Euphrat bis in die Gegend von Tuttul (Tell Bi'a) bedrohen. Ḫattušili fordert Kadašman-Enlil zu einer militärischen Aktion auf." Im Grunde passt das zum ganzen Bild von Laban, dem Aramäer. Er hat den Jakob so sehr ausgebeutet wie er nur konnte. Nur war Jakob schlauer, natürlich durch die Hilfe seines Gottes, und hat ihm seinen Reichtum abgejagt, mit dem er jetzt wegzieht.

Der Gott von Jakob, der ihm immer wieder im Traum erscheint, unterscheidet sich im Prinzip von diesen Göttern dadurch, dass er nicht gegenständlich ist. Er kann auch nicht gestohlen werden. Dieser Hausgott konnte ja so einfach gestohlen werden. Der Gott Jakobs ist im Geiste gegenwärtig und meldet sich dort zu Wort. Er kann auch nicht geraubt werden, sondern er ist Jakobs überlieferte Idee, die er von seinem Vater Isaak hat und den er Schrecken Isaaks nennt und der hat ihn von Abraham.

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05.05.2019

Tageslosungen

Anselm Grün: Jeden Tag zur Ruhe kommen. Jahresbegleiter. Freiburg 2016. Das ist ein schönes kleines Büchlein, in dem für jeden Tag ein Spruch steht und das ich mir vor einiger Zeit gekauft habe. Sowas habe ich lange gesucht. Gefällt mir ausgezeichnet. Ich mag es, wenn ich jeden Tag so einen Spruch habe, über den ich mir Gedanken machen kann. Besonders der Tagesspruch für den 5. Mai auf Seite 61:

"Keiner kann uns einsperren in die Enge dieses Lebens. Es ist eine Weite in uns, die uns niemand nehmen kann. Wir dürfen nicht zu klein von uns denken. Wir atmen die Weite des Himmels. In unserer Seele ist etwas vom Glanz des Himmels."

Außerdem gibt es noch andere Quellen für Losungen. Zum Beispiel kann man sich auf losungen.de die jeweilige Tageslosung, die jeweils zwei Bibelverse sind, per E-Mail zuschicken lassen. Das finde ich auch ganz gut. Link: Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

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Der Sauerteig

Heute, am 05.05.2019, habe ich einen Sauerteig angesetzt. Das ist mein erster Versuch. Dazu habe ich 50 Gramm Roggen-Vollkornmehl (BIO-Roggen-Vollkornmehl von DM) mit 50 Gramm lauwarmem Leitungswasser, ca. 35-40 °C warm, gemischt. Das habe ich in ein 3-Liter Glasgefäß gefüllt und das Gefäß abgedeckt, das ich für 4,99 € in einem günstigen Laden (Sparfuchs) bei uns in Landau gekauft habe. Ich habe es auf die wärmste Stelle bei mir in der Wohnung gestellt. Das ist im Abstellraum auf dem Kühlschrank. Da muss es jetzt einen Tag stehen. Mal schauen, was passiert.

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Zum historischen Jesus

Ich habe gerade einen interessanten Artikel zum historischen Jesus in GEO gelesen, mit dem Titel "Hätte Jesus weitergepredigt - vielleicht wäre er heute vergessen". Hier ist der Link: "GEO: Hätte Jesus weitergepredigt - vielleicht wäre er heute vergessen"

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04.05.2019

Jakob trifft Rahel -- 1.Mose 29,7-14

Er sprach: Es ist noch hoher Tag und es ist noch nicht Zeit, das Vieh einzutreiben; tränkt die Schafe und geht hin und weidet sie. Sie antworteten: Wir können es nicht, bis alle Herden zusammengebracht sind und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen und dann die Schafe tränken.

Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters, denn sie hütete die Schafe. Als Jakob aber Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. Und er küsste Rahel und weinte laut und sagte ihr, das er ihres Vaters Verwandter wäre und Rebekkas Sohn.

Da lief sie und sagte es ihrem Vater. Als aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küsste ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er Laban alles, was sich begeben hatte. Da sprach Laban zu ihm: Fürwahr, du bist von meinem Gebein und Fleisch.

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Jakob schaut die Himmelsleiter (1.Mose 28, 10-22)

Aber Jakob zog aus von Beersheba und machte sich auf den Weg nach Haran und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.

Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel (d.h. Haus Gottes); vorher aber hieß die Stadt Lus.

Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der Herr mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.


Interessantes über die Stadt Lus, die dann später Bethel genannt wurde. Bibel-Lexikon über die Stadt Lus

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Jakob macht sich eine Schafherde -- 1.Mose 30, 37-43

Nachdem Jakob viele Jahre bei Laban war und Laban ihn immer wieder ausgetrickst hat und Jakob mit Lea und Rahel die Stammväter Israel gezeugt hatte, hatte Jakob mit Laban besprochen, dass er alle gesprenkelten und bunten Schafe aus Labans Herde als Lohn bekommen sollte. Laban hat ihn wieder ausgetrickst und hat schnell die bunten und gesprenkelten Schafe seinen Söhnen gegeben, die damit weit weggezogen sind. Nun überlegt sich Jakob, wie er zu seinem Lohn kommt und er trickst Laban nun seinerseits aus, und zwar mit einem ganz besonderen Trick.

Da steht:
Und Jakob nahm frische Stäbe von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte weiße Streifen daran aus, sodass an den Stäben das Weiße bloß wurde, und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen, wo die Herden hinkommen mussten zu trinken, dass sie da empfangen sollten, wenn sie zu trinken kämen. So empfingen die Herden über den Stäben und brachten Sprenklige, Gefleckte und Bunte. Da sonderte Jakob die Lämmer aus und machte sich eigene Herden; die tat er nicht zu den Herden Labans. Wenn aber die Brunstzeit der kräftigen Tiere war, legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde, dass sie über den Stäben empfingen. Aber wenn die Tiere schwächlich waren, legte er sie nicht hinein. So wurden die schwächlichen Tiere dem Laban zuteil, aber die kräftigen dem Jakob. Daher wurde der Mann über die Maßen reich, sodass er viele Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.

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Die Hetiterinnen

Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt zu leben wegen der Hetiterinnen. Wenn Jakob eine Frau nimmt von den Hetiterinnen wie diese, eine von den Töchtern des Landes, was soll mir das Leben? (1.Mose 27,46)

Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm dir nicht eine Frau von den Töchtern Kanaans, sondern mach dich auf und zieh nach Mesopotamien zum Hause Betuëls, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir dort eine Frau von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter. Und der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du werdest ein Haufe von Völkern, und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, dass du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das Gott dem Abraham gegeben hat. So entließ Isaak den Jakob, dass er nach Mesopotamien zog zu Laban, dem Sohn des Aramäers Betuël, dem Bruder Rebekkas, Jakobs und Esaus Mutter.

Nun sah Esau, dass Isaak Jakob gesegnet hatte und nach Mesopotamien entlassen hatte, um sich dort eine Frau zu nehmen; er hatte ihn nämlich gesegnet und ihm geboten: Du sollst dir keine Frau nehmen von den Töchtern Kanaans. Auch sah Esau, dass Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte und nach Mesopotamien zog und dass Isaak, sein Vater, die Töchter Kanaans nicht gerne sah. Da ging er zu Ismael und nahm zu den Frauen, die er bereits hatte, Mahalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zur Frau.

(1.Mose 28,1-9)

Hier kann man was geschichtliches über die Hethiter lesen: Wikipedia: Hethiter. Wir befinden uns also zeitlich im 2.Jahrtausend v.Chr.. Auch das Felsrelief von Karabel ist da zu erwähnen: Wikipedia: Felsrelief von Karabel.

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02.05.2019

Psychose und Religion

Johan Cullberg schreibt in seinem Buch Therapie der Psychosen. Ein interdisziplinärer Ansatz. 1.Aufl., Bonn, 2008, S.21: "Phänomene wie die Erfahrung konkreter spiritueller Kräfte, das Hören der Stimme Gottes, der Glaube an den wunderbarerweise von den Toten auferstandenen Christus würden im nichtreligiösen Kontext als Hinweise auf eine Psychose betrachtet: Eine medizinische Behandlung wäre angezeigt."

Da ich selbst seit ca. 1989 die Diagnose Psychose hatte, und seit 1995 die Diagnose schizoaffektive Psychose als gesichert gilt, ist es für mich auf jeden Fall wichtig, mich ganz klar in meiner Beschäftigung mit der Bibel und der Religion von jeglichem Verdacht abzugrenzen, dass mein Denken oder mein Verhalten irgendwie psychotisch sei. Darauf achte ich auch sehr genau, wenn ich die Bibel lese, und ich bin deshalb beim Lesen und Interpretieren des Gelesenen besonders kritisch. Einem religiösen Menschen mag meine Argumentation vielleicht gerade deshalb zu profan erscheinen. Kann sein. Aber das muss ich hinnehmen, einfach aus Rücksicht auf meine Grunderkrankung. Das hat aber auch einen wichtigen Vorteil: Ich bin darauf angewiesen, eben ein "gesundes" Verständnis dessen zu entwickeln, was ich in der Bibel lese. Ich finde, dass das ein wichtiger Vorteil ist. Ich muss alles herunterbrechen bis auf einen sicheren Grund. Sonst kann ich mich nicht darauf verlassen. Vor allem muss ich meine Denkweise auch begründen. Ich kann nicht davon ausgehen, dass meinem "Denken" oder "Gefühl" irgendjemand Glauben schenkt und das gar ernst nimmt. Alles wird immer nur unter dem Aspekt meiner Erkrankung gesehen. Deshalb bin ich, auch für mich selbst, darauf angewiesen, dass jeder Gedanke belegt und / oder nachvollziehbar ist, auch wenn vielleicht meine Intuition der erste Ansatz zu diesem Gedanken war. Deshalb wirkt mein Ausdruck auch manchmal "hölzern".

Johan Cullberg schreibt in dem oben genannten Buch weiter zum Thema "Schizophrene Wahnvorstellungen" auf Seite 43: "Das Bedürfnis, eine gewisse Kohärenz herzustellen, das heißt eine sinnvolle Erklärung für die seltsame Veränderung zu finden, die innerlich erfahren wird, hat mehr Gewicht als die normalen Gesetze von Logik und Rationalität. In der Psychose hat das Bedürfnis nach Kohärenz triumphiert und eine innere Kontinuität wird wiederhergestellt. Der Preis für diese Kohärenz ist der mit den anderen Menschen geteilten realistischen Weltsicht. Das bedeutet keineswegs, dass das Vermögen, logisch-rational zu denken, auch in anderen Lebensbereichen, die nicht direkt mit der Psychose zusammenhängen, verloren gegangen ist." Die Kohärenz des Denkens ist eine sehr wichtige Sache, denn nicht-kohärentes Denken wird medizinisch als eine Denkstörung aufgefasst. Zur Kohärenz siehe auch Wikipedia: Kohärenz (Psychologie).

Kohärenz hat drei Aspekte:

Ein gesunder Mensch denkt kohärent. Das heißt, unser Verstand arbeitet so, dass wir unsere Welt verstehen wollen und sie sowohl handhabbar sein soll als auch sinnvoll. Nur dann können wir psychisch gesund bleiben, wenn wir unsere Welt entsprechend als kohärent begreifen. Ist unser Denken nicht kohärent, dann sind wir verwirrt. Unser Gehirn versucht ständig, einen kohärenten Zustand herzustellen.

Aus Wikipedia habe ich auch das Folgende: "Als zentrale Kohärenz versteht die moderne Psychologie die Fähigkeit, einzelne Wahrnehmungselemente in einen Gesamtzusammenhang einzubeziehen und als ein realitätsgetreues Einheitsbild zusammenzufassen. Reize und Informationen werden korrekt miteinander in Zusammenhang gebracht und als Gesamtbild erfasst und gespeichert. Neurotypische Menschen sind in der Lage, darauf entsprechend logisch und konsequent zu reagieren.[1][2] Diese geistige Fähigkeit ist bei Schizophrenen und Asperger-Patienten, wie auch bei anderen Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen mäßig bis stark beeinträchtigt und daher nur schwach ausgeprägt. So würde ein Autist oder Asperger-Patient sagen, dass er zwar hunderte von einzelnen Bäumen sehe, aber einen Wald nicht erkenne. Ein neurotypischer Mensch hingegen fasst bereits in seinen Geist die einzelnen Bäume als Wald zusammen, kann aber jederzeit genauso einzelne Bäume identifizieren. Diese umgebungsbezogene Wahrnehmungsfähigkeit ist bei Autisten und Schizophrenen wiederum offenbar extrem detailorientiert und übermäßig selektiv. Den Gesamtzusammenhang zu erfassen, fällt ihnen schwer. Welche Funktionsbereiche des Gehirns für dieses Problem verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt." Quelle: Wikipedia: Zentrale Kohärenz".

Das stimmt auch aus meiner Wahrnehmung so. Mein ganzes Leben schon arbeite ich gerne an den Details, auch im beruflichen Umfeld als Programmierer. Allerdings habe ich auch die Fähigkeit, die Details dann, wenn sie gebraucht werden, zielsicher aufzurufen. Der Gesamtzusammenhang oder "strategisches" Denken liegt mir nicht. Themen erarbeite ich mir lieber bottom-up, von den Details zum großen Ganzen hin arbeitend, als top-down, von einem Plan schrittweise verfeinernd, aus. Insofern bin ich in meinem Vorgehen ein wenig chaotisch, was bei größeren Projekten dann dazu führt, dass ich selbst oder andere ungeduldig werden, oder dass ich am Ende wieder alles umwerfen muss. Das ist aber mein Vorgehen, ich bin ein ganz schlechter Manager.

Da jetzt jedoch Wahnvorstellungen genau deshalb auftreten, weil die Kohärenz des Erlebten mit dem sonstigen Denken und Fühlen gestört ist, bedeutet das, dass der kranke Mensch deshalb krank ist, weil er seine Gefühle und sein Denken nicht mehr mit seinem Erleben in Kohärenz bringen kann. Es kann aber auch sein, dass Denken und Fühlen nicht miteinander übereinstimmt und kein Weg gefunden wird, dies in Übereinstimmung zu bringen.

Das heißt, wenn man sich mit Religion beschäftigt, so macht das nur Sinn, wenn man eine Kohärenz mit dem eigenen Fühlen und Denken herstellen kann, und auch eine mit den anderen Menschen geteilte realistische Weltsicht aufrecht erhalten werden kann. (Die Frage ist dann noch, was "realistisch" eigentlich bedeutet.) Sonst wäre es geradezu schädlich. Das macht jedoch nur Sinn, wenn das Denken und Fühlen der anderen Menschen hinreichend kohärent ist. Es ist erstaunlich, dass das bei vielen Menschen, die sich für gesund halten, nicht der Fall ist.

Johan Cullberg schreibt auf Seite 44: "Viele Patienten, vor allem jene mit guten intellektuellen Fähigkeiten, kann der Hinweis, ihre Welt sei wie ein Albtraum [original ist es 'Alptraum' geschrieben, aber das bring ich einfach nicht über's Herz] im Wachzustand, das Gefühl geben, verstanden zu werden. So wie der Inhalt eines Albtraums nie bedeutungslos sein kann, so steht die akute Psychose mit Wahnvorstellungen für eine tatsächliche innere Situation. Der Mensch mit der akuten Psychose ist, wie der Träumer, sein eigener Dramaturg, der die inneren Nöte mithilfe aller ihm verfügbaren Requisiten beschreibt. Alle Mitspieler der Psychose stehen für verschiedene Aspekte der repräsentativen Welt und der persönlichen Geschichte des 'träumenden' Subjekts."

Zum Thema Halluzinationen (bei Gesunden) schreibt er auf Seite 46: "Auch religiöse Mystiker und Menschen mit 'prophetischer Gabe' können in einer Lebensphase der Suche, wenn eine starke innere Anspannung hinzukommt, eine gottähnliche, jedoch sehr konkrete Stimme hören. Dies geschieht gewöhnlich nach einer längeren Phase des sozialen Rückzugs und entlädt sich in intensiver, nach außen gerichteter Aktivität." Ansonsten, bei Kranken, gilt die Faustregel, dass akustische Halluzinationen bei Psychosen, denen keine organische Ursache zugrunde liegt, bei weitem am häufigsten auftreten. "Optische Halluzinationen sind häufig ein Hinweis auf eine organische Hirnschädigung oder auf den Einfluss von Drogen." (Seite 45).

Eines sollte aus dem Geschriebenen klar sein: Es ist ein sehr schmaler Grat zwischen religiösem und spirituellem Denken und psychotischen Ideen. Es ist auch ein schmaler Grat, wenn man die Bibel liest und versucht, zu verstehen, worum es sich im Einzelnen handelt, was da geschrieben ist, was also damit gemeint ist, und psychotischen Ideen. Deshalb muss gerade ich als jemand, der in dieser Hinsicht vorbelastet ist, besonders vorsichtig sein. Andererseits gibt mir aber auch meine eigene Lebensgeschichte genügend Hinweise darauf, was Denkstörungen und psychotische Ideen sind. Meine Absicht ist es also durch meine Beschäftigung mit der Bibel nicht, einen psychotischen Schub entweder bei mir oder jemand anderem zu provozieren, sondern einfach den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich bin sicher, dass ich in der Bibel viele Antworten finde, und das insbesondere ganz ohne psychotische Ideen. Diese Chance will ich der Bibel als evangelischer Christ auf jeden Fall noch einmal geben. Einfach zu sagen, dass das ja alles tausende Jahre alter Quatsch sei, der erfunden wurde, um Menschen zu beherrschen, das ist mir zu billig. Ebenso ist es mir zu billig, das, was in der Bibel steht, als Opium für das Volk zu betrachten. Andererseits denke ich aber auch, dass in den alten Bildern auch viel magisches Denken ist und Denken, bei dem man aus heutiger Sicht ganz genau den Hintergrund kennt. So ist beispielsweise der Regenbogen nicht in den Wolken, weil Gott ihn da nach der Sintflut hineingesetzt hat, sondern er ist da aufgrund der Brechung des Lichtes an den Wassertröpfchen. Oder aber bin ich auch aufgeklärt genug, um die Beweise für eine Evolution des Menschen anzuerkennen. Solche Fragen stelle ich mir nicht. Aber die Frage beschäftigt mich, was die Menschen damals mit der Schöpfungsgeschichte mitteilen wollten, die keinesfalls als eine naturwissenschaftliche Abhandlung sondern als ein uralter Mythos daherkommt. Mir geht es also immer wieder um den Sinn dessen, was ich verstehe, und diesen Sinn eben sinnvoll in mein Leben einzubauen. Dann kann die Bibel mir eine echte Hilfe sein. Dabei möchte ich nicht etwas in die Bibeltexte hineininterpretieren, was da nicht steht, andererseits möchte ich die Bibeltexte aber dann, wenn klar wird, dass es sich höchstens um eine Metapher oder ein Gleichnis handelt, als Bild und im historischen Kontext verstehen. Denn auch wenn die Bibel das Wort Gottes ist, so ist dies im entsprechenden Kontext zu lesen. Es kann also nicht alles Wort für Wort heute, nachdem sich die Menschheit in vielerlei Dingen um 2000 Jahre weiterentwickelt hat, genau so wie vor 2000 Jahren bzw. 3000 oder 4000 Jahren, was das Alte Testament angeht, verstanden werden. Damals wurden die Menschen gerade seßhaft und wir befanden uns im Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit. Das ist also echt alte Geschichte. Also, immer schön mit den Füßen auf dem Boden bleiben beim Bibellesen, und den Kontakt zum Boden halten. Dabei muss man natürlich auch viele kindliche Vorstellungen von "Gott" über Bord werfen. Wenn ich beispielsweise denke, dass Gott im Himmel sei, dann frage ich mich tatsächlich, ob das der Himmel ist, den die Naturwissenschaftler heute meinen. Der kann es nämlich wirklich nicht sein. Also, solche Vorstellungen kann ich nicht bedienen und das will ich auch nicht. Das bedeutet aber nicht, dass ich bei der Suche aufgeben muss. Nur gestaltet sie sich ein wenig schwieriger, würde ich meinen. Trotzdem gilt natürlich das evangelische Motto: Sola scriptura.

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Primärvorgang und Sekundärvorgang

In der Psychoanalyse wird beim Denken zwischen dem Primärvorgang bzw. Primärprozess und dem Sekundärvorgang bzw. Sekundärprozess unterschieden.

Dabei ist das Primärprozess-Denken das Denken in Träumen, Tagträumen und Phantasievorstellungen. Das Sekundärprozess-Denken ist dagegen das erlernte rationale, logische Denken, das wir benötigen, um als biologische und soziale Wesen überleben zu können.

Das Primärprozess-Denken wird vom Lustprinzip dominiert und ist unbeeinflusst von Raum, Zeit und anderen Menschen. Moral und Ethik spielen hier kaum eine Rolle. "Die Möglichkeit, eine Zeit lang den strengen Kategorien rationalen Denkens zu entgehen und uns stattdessen an seinem dialektischen Gegenstück zu orientieren, bedeutet viel für unsere psychische Gesundheit." (Johan Cullberg: Therapie der Psychosen. Ein interdisziplinärer Ansatz. 1.Aufl., Bonn 2008. Seite 19)

Über das Thema Primärprozess und Sekundärprozess kann man hier in der Wikipedia nachlesen: Wikipedia: Primärprozess.

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01.05.2019

Zitierung der Bibel

Wenn ich die Bibel zitiere, dann verwende ich, wenn nicht anders angegeben, den Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984, herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und zwar besitze ich eine Lutherbibel Großausgabe von 2011. Das ist eine durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung von 1999/2006. ISBN 978 3 438 01737

Dabei benutze ich die Schreibweisen, die ich auch im Text finde. Fußnoten schreibe ich als kursiven Text in Klammern direkt in den Text.

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Eine Antwort auf die Frage nach Gott

Ich habe heute einen echten Heureka!-Moment gehabt. Und zwar habe ich die Antwort auf alle Fragen gefunden, und die ist nicht 42! Mein ganzes Leben habe ich nach der Antwort auf die Frage nach Gott gesucht und ich habe zum ersten Mal eine Antwort gefunden, mit der ich einigermaßen klar komme, meine ich.

Das Höhlengleichnis von Plato ist ein guter Ansatz. Interessant ist dabei aber auch, dass wir die Wirklichkeit gar nicht wirklich kennen. Wir nehmen die Welt mit unseren Sinnesorganen wahr aber alles Erleben der Welt spielt sich in unserem Gehirn ab. Was wir nicht kennen, das können wir auch gar nicht erkennen. Die jeweils aktuelle individuelle Wirklichkeit ist also nur in unserem Gehirn vorhanden. Deshalb sind Ideen genau so Wirklichkeit wie „objektive“ Fakten. Beide sind nur in unserem Gehirn vorhanden. Menschliches Verhalten wird nicht bestimmt durch „objektive“ Fakten sondern durch ihre Ideen über die Welt. Menschen haben von der Zeugung an unterschiedliche Gene und unterschiedliche Erfahrungen. Ideen aber können zwischen Menschen kommuniziert werden und es kann gemeinsame Ideen und Erfahrungen geben. Diese schlagen sich nieder in unserer Kultur. Eine der Kulturleistungen des Menschen ist die Religion. Gott ist Geist, ist also eine Idee, sagt Jesus zu der Samariterin in Johannes 4,21-24. Diese ist genau so wirklich wie alle anderen Ideen in unserem Gehirn, und wir haben immer nur Ideen von der Welt. Die Welt, die kann man objektiv messen, anschauen und anfassen. Es werden, nicht nur in der Wissenschaft, Hypothesen und Theorien gebildet darüber, wie denn die Welt funktioniert. Das sind alles „Ideen“ über die Welt. Aber sie spielen sich nur in unserem Gehirn ab, auch wenn sie die Wirklichkeit mehr oder weniger gut reflektieren. In der materiellen Welt lässt sich Gott nicht finden, sagte schon Prof. Hawking ganz richtig, aber Ideen über Gott sind für uns Menschen genau so Realität wie unsere Ideen über die materielle Welt. Selbstverständlich lässt sich Gott im ganzen Universum nicht „materiell“ finden, denn Gott ist eine Idee. Es ist der Grundmechanismus unseres Gehirns, das bis in die Psychose hinein Tag und Nacht damit beschäftigt ist, aus den Erfahrungen einen Sinn zu extrahieren. Gott, das ist die zutiefst menschliche Idee, dass die Welt einen Sinn ergibt, selbst wenn ich selbst den nicht erkenne. Es ist die Idee darüber, wie ein Mensch richtig lebt, also richtig mit der Welt umgeht, und auch, was alles ein schlechter Umgang mit sich selbst ist, und dass das eigene Verhalten Konsequenzen hat. Es gibt allerdings für uns Menschen objektiv keinen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Ideen in unserem Gehirn. Deshalb bestimmt unsere Idee über Gott unseren Umgang mit der Welt. Vielleicht sollten wir am besten mal wieder öfter in der Bibel lesen…Schließlich sind da uralte Erfahrungen mit der Idee über Gott niedergelegt.

Die nächste Frage ist die Frage nach der Kreuzigung Jesu. Auch hierauf habe ich eine Antwort gefunden. Jesus hat sich widerstandslos kreuzigen lassen, weil das die Konsequenz aus seiner Lehre und aus der Bibel war, wie er sie kannte. Der Gott des Auge um Auge, Zahn um Zahn ist für Jesus immer noch da, nur er dreht das ganze um. Er sagt im Vater Unser: Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern... Dabei das Wichtige ist, dass es dann auch heißt, wie auch ich vergebe denen, die sich an mir schuldig gemacht haben. Auch die Feindesliebe gehört dazu. Und genau für dieses Programm gibt Jesus ein Beispiel bis in den Tod. Jesus ist das Beispiel. Er erfüllt mit seinem ganzen Leben diese Idee über Gott mit Leben und wird anfassbar und erlebbar. Deshalb ist die Kreuzigung die Idee über Gott bis ans Ende geführt, denn Jesus vergibt selbst seinen eigenen Mördern. Das ist die genaue Umdrehung des Gottes vom Auge um Auge, Zahn um Zahn, der nur dadurch aufgelöst werden kann, dass man absichtlich sich gegenseitig vergibt. Das wird im Vater Unser gebetet. Es geht nicht um irgendein Wesen, das ein Physiker finden könnte, es geht um die Idee davon, dass die Welt einen Sinn ergibt. Und die Idee ist, nach dem Konstruktivismus, genau so real wie die Erfahrungen aus der materiellen Welt, die sich in unserem Gehirn ebenso auch nur als eine Idee davon spiegeln. Deshalb sind unsere Ideen die Wirklichkeit, in der wir leben. Deshalb ist Gott, sofern man an diese Idee glaubt, die Realität, die der ganzen materiellen Welt übergeordnet ist.

Ich finde diesen Schluss so fantastisch, weil er auch aktuelle Erkenntnisse der Neurobiologie mit einschließt und gar keine Widersprüche mehr enthält. Kann man natürlich noch weiter ausarbeiten und man es gibt doch noch einige offene Fragen, wenn ich mir das so recht überlege.

Jesus spricht: Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe. --- Johannes 13,15

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